Aufgeben - einfach oder schwierig?
- Christine Steiner
- 23. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Aufgeben kann vieles bedeuten. Ich gebe eine Aufgabe ab. Ein Paket. Ein Geschenk. Oder eine Illusion.
Und manchmal gebe ich einen Wunsch auf – zumindest vorübergehend.
Wir schliefen im Waldzelt. Eine der längsten Nächte des Jahres dort zu verbringen, war ein kleiner Traum von mir. Und dann: Das Feuer geht aus. Die Kälte schleicht sich langsam herein. In der Nähe feiert eine junge Gruppe Weihnachtsbaumverkäufer. Laut. Lebendig. Jung.
Ich will doch empowern, nicht kritisieren. Stattdessen kritisiere ich mich selbst.
Also hole ich meine inneren Werkzeuge hervor: atmen, beruhigen, den Fokus lenken. Gedanken liebevoll zurückholen. Mehrmals. Irgendwann klappt es. Ich schlafe ein.
Bis die Wolken aufreissen. Der Sternenhimmel zeigt sich. Und die Kälte wird noch deutlicher. Mein Schlafsack? Bis 8 Grad – eher optimistisch. Das warme Zimmer mit dem weichen Bett? Nur ein paar Tannen entfernt.
Und dann gebe ich auf.
Bis zu dieser Entscheidung dauerts. Aufgeben ist für mich schwieriger als Durchhalten. Kontrolle liegt mir näher als Loslassen. Und trotzdem: Ich stapfe zurück, lege mich ins warme Bett – und spüre, wie sich meine Schultern sofort entspannen.
Ich erkenne mich.
Ohne Wertung.
Ohne Analyse.
Auf den Körper hören.
Loslassen.
Mich von innen heraus führen.
Das sind lebendige Übungen für mich. Übungen, die mich gesund und beweglich halten.
Am nächsten Tag überwiegt die Freude: Ich habe etwas Neues ausprobiert.
Und vielleicht kaufe ich mir irgendwann einen Winterschlafsack. Oder finde jemanden, der mich dabei unterstützt. 😊Ich träume weiter. Einfach, weil Träumen gesund ist.
Selbstführung beginnt oft dort, wo wir ehrlich mit uns werden. Wenn dich dieser Text berührt, lade ich dich ein, weiterzulesen, mit anderen zu teilen oder mit mir in Kontakt zu treten.



