Wenn schon Gier, dann NEUgier
- Christine Steiner
- 6. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Neues ausprobieren, neue Wege gehen, Neues erkennen. Das sei gesund, sagt die Wissenschaft und meine Freundin.
Mein Körper kennt jedoch das andere Gefühl: Es ist zu viel. Alles ist in Bewegung. Es ist unruhig. Oh nein, was ist das denn schon wieder? Wie soll ich bitteschön damit umgehen – wir hatten das doch eben erst gelöst.
Die dienende Frau in mir war müde.
Mein Wunsch nach Langeweile, nach Struktur, nach Ruhe war so gross, dass ich hinter jedem Neuen sofort Erwartungen spürte. Meine Sensoren waren so sehr auf «what’s next?» ausgerichtet, dass ich das Wuschelige fast magnetisch anzog.
Paradoxerweise – oder ganz natürlich, je nach Perspektive –bin ich von Natur aus eher für kurvig und wuschelig als für gradlinig und konstant gemacht. Wie soll ich da auch noch neugierig sein?
2025 war für mich ein Jahr des Trainings für mehr Beweglichkeit.
Körperlich – bewusst und sanft. Und wie so oft überträgt sich das auf den Geist. Im Sein und im Tun beweglicher werden.
Noch im Jahreswechsel erkenne ich: Diese erweiterte Beweglichkeit hat mir etwas geschenkt. Neues Denken. Eine zurückhaltende, freundliche Liebe zur NEUgier.
Nicht das Neue im grossen Ganzen suchen, sondern das Neue im Detail entdecken. Und manchmal auch: das Ganze im Detail erkennen.
Ein Alltagsbeispiel von vielen.
Meine Freude ist gross, als mein jüngeres Girl das erste Mal mit mir joggen kommt. Doch bereits am nächsten Tag sind meine Joggingschuhe weg. Mein Girl steckt mit den Füssen drin – und ihren neuen Kopfhörern vom Götti auf dem Kopf – irgendwo draussen auf dem Feld oder im Wald!
Der wunderbare Mann an meiner Seite möchte heute Ausdauer trainieren. Ausgerechnet. Und natürlich ohne meine Joggingschuhe!
Okay. Natürlich. Ich finde andere mögliche Schuhe – wir haben ja eine beachtliche Auswahl in der Spannweite von zwei Schuhnummern. Ich schnappe mir neue alte. Die ersten 15 Minuten kreisen meine Gedanken um meine Joggingschuhe und darum, wie viel besser sie jetzt wären! Irgendwann beginnen meine Gedanken, das Gute zu suchen. Es fällt schwer. Immer wieder kippe ich zurück zu den Details der unpassenden Schuhsohlen.
Und dann spüre ich sie: die NEUgier.
Sie lässt mich forschen, entdecken, lächeln.
Sie lenkt mich weg vom Grübeln und schenkt mir frischen Wind für neue Gedanken.
Ich renne weiter. Nehme die NEUgier mit. Nach dieser zähen Runde macht sich ein Gefühl breit, welches mich an meine Kindheit erinnert: eine mir altbekannte, wohlige innere Wärme.
Wenn diese Gedanken etwas in Ihnen in Bewegung bringen, zeigt sich vielleicht gerade etwas Neues und Wichtiges. Wenn Sie ihre NEUgier verstehen möchten - für ihr Denken, Fühlen und Entscheiden - begleite ich Sie gerne dabei.



