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Aushalten - Haushalten - Innehalten

  • Autorenbild: Christine Steiner
    Christine Steiner
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Vor sieben Tagen fühlte sich mein Körper doppelt schwer an. Ob es am Mondzyklus, Biorhythmus, Menstruationszyklus oder Jahreswechsel liegt – war mir gerade schnuppe. Ich fühlte mich angespannt, meine Gedanken rauchten und mein Kalender sagte: Vier Tage Aktivurlaub. Genuss ist angesagt.


Etwas, das ich beneide, weil es bei mir nicht funktioniert – ist dieses: auf Knopfdruck geniessen. Ich habe es mir eingeplant: JETZT ausspannen! Durchatmen, geniessen, jetzt.


Sorry. Tut bei mir nicht.


Dafür kann ich aushalten. Ich weiss, ich überstehe Stunden, Tage, Wochen – und wenn es echt ist, auch Monate. Ich bin MUTTER. Ich habe gelernt auszuhalten.

Eine Freundin machte mir das einmal bewusst, als sie sagte :„Dein Aushalten ist bemerkenswert.“ Mein Kind war krank. Der Alltag lief auf Sparflamme. Wann immer es ging – vor allem nachts – lag ich bei meinem Kind. Schlafen ist die beste Medizin. Gleich danach kommt die Natur. Das kann ich nicht im Kalender planen, aber ich habe es erfahren.

Ich lernte:


Mit friedlicher Nähe und purem Sein können wir heilen.


Später war es dieselbe Freundin, die mir sagte: „Das sind Schmerzen – da musst du ein Medikament geben.“ Auch Ausdauer braucht ihren goldenen Mittelweg.


Haushalten kann ich auch. Darüber könnte ich viel schreiben – sehr persönlich. Hier nur so viel: ich habe es gelernt.


Ob finanziell, materiell oder energetisch – ich finde immer wieder einen Mittelweg. Manchmal sogar so sehr in der Mitte, dass er von aussen betrachtet antizyklisch wirkt.


Was bei mir wohlwollend wirkt, ist weniger Genuss auf Knopfdruck –sondern mehr innehalten.


Ja, vor sieben Tagen fühlte sich mein Körper doppelt schwer an. Ich hielt inne. Ich spürte die Strenge, die Härte, die gestaute Wärme in meinen Muskeln. Und ja – wenn ich das wahrnehme, wird es zuerst noch intensiver. Genau dieses Bewusstwerden öffnet die Tür zur Veränderung.


Mich anzunehmen mit allem, was gerade da ist – das ist mein Lernfeld. Radikale Akzeptanz schafft neutralen Boden für den nächsten Schritt.


Eine dunkle Nacht.

Ein schwarz-weisser Regentag mit Bewegung, frischer Luft, Kälte, warmer Dusche, gutem Essen, wohlwollender Mitmenschlichkeit.

Eine weitere ruhige Nacht.


Und dann – fast zufällig – scheint die Sonne. Wir wagen uns erneut auf die Langlaufskis. Diese wackeligen Dinger fordern Halt, Fokus und Gleichgewicht.


In der Bewegung halte ich inne. Ich bin präsent im Körper. Ich gleite über den Schnee. Nicht immer, aber immer wieder. Und plötzlich steigt tiefe Freude auf. Mein Körper fühlt sich wieder wohlig an. Ich geniesse die Bewegung und bin meinem Körper dankbar. Dankbar für die verkörperte Erfahrung:


Innere Friedensarbeit ist ein Lernfeld und hat eine physische Wirkung.


Die Charakterstärke Ausdauer ist eine wertvolle Ressource dafür.


Die Charakterstärke Ausdauer gehört zu den 24 Stärken des VIA Institute on Character.


Haben Sie Erfahrung im Umgang mit Ihren Charakterstärken? Sollten Sie mehr erfahren wollen, melden Sie sich bei mir.


Ich auf den Langlaufskis in einer hochalpinen Frühlingslandschaft mit Schnee im Engadin.

 
 
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