Vom Hinterherrennen zur Vorfreude
- Christine Steiner
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Kennst du das Gefühl, von Termin zu Termin zu rennen? 1, 2, 3 zum nächsten Task, mit "positivem" Druck und Tempo?
Ich kenne das gut und früher (also vor 2010) fand ich das sogar ein bisschen......"cool". Es war wie: Ich werde gebraucht. Ich habe viel zu tun. Ich bin wichtig. Und, ich kriege das alles unter einen Hut. Kurz gesagt: ich fühlte mich vital.
Es war eine Zeit im eigenen Rhythmus. Selbstbestimmt, frei. Mir fiel bereits damals auf, dass ich einen Teil der Welt im Alltag kaum zu sehen bekam: Wo waren die Kinder, die Mütter, die Älteren Menschen, Menschen die langsamer oder einfach anders sind?
Dann wurde ich Mutter. An meinem letzten Arbeitstag lief ich mit grossem Bauch zum Parkplatz und leise Tränen liefen mir über die Wange. Und so lief ich nicht mehr alleine. Da waren sie, die Kinder, Menschen, Bedürfnisse, Pausen, Käfer, Erde und Heugümper.
:-) eine neue Lebensphase
Zuhause begann ich etwas zu lernen was ich heute auch in der Arbeitswelt vermehrt erlebe: Liebe bestimmt mein Tun.
Die Liebe führt mich zurück in den Moment. Zurück in den Körper. Zurück ins Spüren. Zurück zu meinem Willen.
Heute erlebe ich alltägliche Vorfreude: Auf dem Weg zur Arbeit freue ich mich auf das, was kommt. Bei meinen Morgenübgungen erfreue ich mich meinem Sein. Beim Kochen erfreue ich mich an der Zubereitung und auf das gemeinsame Essen.
So veränderte sich auch meine Art zu arbeiten. Ich schreibe heute ein Lob auf die Liebe. Nicht die glanzvolle, dramatische. Sondern die leise. Die Liebe, die einem im Alltag aufmerksam sein lässt. Die Verbindung zu Mitmenschen bringt. Die mich mit meinem Tun verbindet.
Vielleicht ist genau dies eine unterschätzte Ressource in unserer Arbeitswelt. Die Charakterstärke Liebe (nach VIA) zeigt sich gerade auch im vermeintlich Kleinen ganz Gross.



