Absichtserklärung
- Christine Steiner
- 18. Sept. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Verträge sind konkret: Sie werden verbindlich vereinbart. Doch bis ein Vertrag auf dem Tisch liegt, braucht es Begegnungen, Gespräche – und vor allem das Wissen um den Willen beider Parteien. Der Weg bis zur Vertragsunterzeichnung ist entscheidend. Denn während der Gespräche lernen wir uns näher kennen, stellen Fragen, regen neue Gedanken an und definieren die Rahmenbedingungen. Ein wechselseitiger Prozess.
Wie ist das bei einem Ehevertrag? Wir planen (eventuell) gross die Vertragsunterschrift – aber sprechen wir auch so detailliert und mit Freude darüber, wie wir die Ehe leben wollen? Finanztechnisch versierte Menschen kennen die güterrechtlichen Themen. Doch was ist mit den „Lieferungen und Leistungen“ des Alltags? Mit Energiehaushalt, Aufgabenverteilung und Erwartungsmanagement? Unpassend? Vielleicht, aber keine Sprache dafür zu haben, ist schlimmer.
In der Wirtschaftswelt kennen wir die sogenannte Absichtserklärung, den „Letter of Intent“ (LOI) der gerade bei grösseren Projekten gerne genutzt wird. Wir scherzten im Büro, es sei ein wegen seinem grösstenteils unverbindlichen Charakter. Aber wieso diese Absichtserklärung nicht für Beziehungen nutzen?
Was wäre, wenn Paare öfters ihre Absichten formulieren würden? In der Verlobungszeit über Arbeitsteilung, Familienarbeit, Träume, Ängste, Wünsche und Bedürfnisse sprechen und diese quasi «auf den Tisch legen»? Vielleicht braucht es auch für Beziehungen so etwas wie eine Revision – alle 5 Jahre ein Update der gemeinsamen Absichten?
Ja, das kostet Zeit. Aber vielleicht ist genau diese Zeit wertvermehrend.
Wenn Sie Worte für Ihre Absichtserklärung suchen – ob in der Liebe, im Leben oder in der Wirtschaft – begleite ich Sie gerne. Gemeinsam finden wir die Sprache, die Klarheit schenkt.



